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Sonntag, 29.04.2018, 20.00 Uhr

Von Händel zu Händel

Als Lieblingsstück des weltweiten Musik-Publikums sorgt Händels Oratorium "Messiah" immer wieder neu für Begeisterung. Nach der erfolgreichen Aufführung von „Alexander’s Feast or The Power of Musick“ im November 2017 lässt sich nun auch der StudioChor Berlin in dessen Bann ziehen. In seinem nächsten Konzert unter der Leitung von Alexander Lebek wird am Sonntag, 29. April 2018 um 20 Uhr im Kammermusiksaal der Philharmonie „The Messiah A Sacred Oratorio“ HWV 56 auf dem Programm stehen. Solisten sind Christina Rotherberg (Sopran), Lucia Duchoňová (Alt), Patrik Hornak (Tenor) und Sönke Tams Freier (Bass). Es begleiten das Orchester „Märkisch Barock“ sowie Christina Hanke-Bleidorn an der Continuo-Orgel.

Eigentlich hatte sich der 56jährige, gichtkranke und von einigen Misserfolgen frustrierte Komponist vorgenommen, für die nächste Saison kein neues Stück zu schreiben. Im Juli 1741 gelang es seinem Freund und Librettisten Charles Jennens dann aber doch, ihn für ein neues Projekt zu erwärmen. Er lockte ihn mit einem Vertrag des irischen Vizekönigs nach Dublin, und dort ging alles ganz schnell – wie die Legende behauptet. Innerhalb von 24 Tagen war das neue Oratorium fertig: 259 Partiturseiten mit insgesamt 53 Musiknummern.

Im Mittelpunkt des „Messiah“ stehen Bibelstellen über Jesus Christus: Prophetische Aussagen aus dem Alten Testament und einige Stellen aus dem Neuen Testament. Die bekannten Erzählungen über Jesus, wie sie die Evangelien bieten, bleiben ausgespart. Darum gibt es keine Handlung wie in anderen Oratorien oder Opern Händels. Das damalige Publikum kannte die Bibel im Allgemeinen sehr gut. Es wusste, wovon die Rede war.

Die Uraufführung erfolgte 1742 in „Neal´s Music Hall in Fishamble Street" in Dublin und war ein Erfolg. In London konnte davon nicht die Rede sein. Viele Gläubige waren empört, weil der „Messiah“ keine Musik für den Gottesdienst war, sondern – wie Charles Jennens suggerierte – ein „Grand Musical Entertainment“. Bibelworte konnten ihrer Meinung nach nur in liturgischem Rahmen erklingen, weswegen der Bischof von London über den „Messiah“ sogar ein „Hausverbot“ für anglikanische Kirchen verhängte. Erst ab 1750 entwickelte sich das Werk zum Hit und kam zu Händels Lebzeiten noch siebzig Mal zur Aufführung. Als der von Mozart bearbeitete „Messias“ 1789 uraufgeführt wurde, war Händels großes Werk im kontinentalen Europa nur sehr wenigen Menschen bekannt.

Gabriele Weingartner