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Reisen und Kooperationen mit anderen Chören

Unsere Chorreise nach Silkeborg vom 17 - 19. Juni 2022

Nach zwei harten Jahren mit Corona-Restriktionen brachen wir am 17. Juni 2022 morgens nach Silkeborg in Dänemark auf, um die Sänger*innen vom Motetkor Silkeborg kennenzulernen und für die Zwei-Chöre-Konzerte im Oktober 2022 in Berlin zu proben. Im Gepäck hatten wir die 9.Sinfonie von Ludwig van Beethoven und fünf dänische geistliche Lieder. Wir sahen den drei Tagen gespannt entgegen. Endlich war so ein Gemeinschaftserlebnis wieder möglich!

Während der längeren Busfahrt nach Norden zog die immer grüner werdende Landschaft an uns vorüber, es gab genügend Zeit für Plaudereien und Vorfreude auf die kommenden Tage. Und wir wurden nicht enttäuscht! Bei unserer Ankunft wurden wir von den Sänger*innen des Motetkor Silkeborg sehr herzlich begrüßt. Der Abend verging mit angeregten Kennenlerngesprächen, einem üppigen selbstgemachten Buffet und einer ersten kleinen Probe wie im Flug. Ich sah um mich herum lauter erfreute und lächelnde Gesichter.

Am nächsten Morgen trafen wir uns früh an einem im Grünen oberhalb eines Sees gelegenen Probenort, beide Chorleiter wechselten sich mit dem Proben ab. Waren wir von den akrobatischen Höhen in Beethovens 9. angestrengt, konnten sich unsere Stimmen bei den geistlichen Liedern wieder erholen. Die Fragen “Wie wird der Motetkor klingen? Werden beide Chöre miteinander harmonieren?” wurden schnell beantwortet. Unsere beiden Chöre fügten sich harmonisch zu einem größeren Chor zusammen. Es fühlte sich so vertraut an als hätten wir schon öfter miteinander geprobt. Und das ist durchaus nicht selbstverständlich!

Beide Chorleiter verlangten dem Charakter der Stücke entsprechend Unterschiedliches. Während Alexander Lebek mit energiegeladenem inspiriertem Dirigat den revolutionären Geist von Schillers und Beethovens Ode an die Freude unterstrich, erarbeitete Kim Jepsen sanft und nachspürend die transparente Harmonik der geistlichen Lieder und ließ unsere Stimmen einen Reichtum an Obertönen entfalten. Welch eine musikalische Fülle!

Die Mittagspause begann mit bunten Platten mit… Ja, mit dem dänischen Nationalgericht Smørrebrød und angeregten Gesprächen. Danach gab es die Möglichkeit einer Orgelbesichtigung und Gang zum Hafen mit der Attraktion eines alten Raddampfers, alternativ eines Spaziergangs über eine gegenüber gelegene Naturschutzinsel. Gut erholt starteten wir in die gleichermaßen intensive Nachmittagsprobe, an die sich eine Fotosession im sonnigen Park anschloss.

Der folgende gesellige Abend übertraf alle Erwartungen: nach einem reichhaltigen Essen mit angeregtem Austausch folgten sängerische und szenische Darbietungen unserer Gastgeber*innen, die unsere Korrepetitorin Christina Hanke-Bleidorn spontan am Klavier begleitete. Wir übten gemeinsam eine spanische Ballade ein und gaben sie unter großem Gelächter zum Besten, und und und.. Mit anderen Worten: wir hatten Gesang und wir hatten viel Spaß!

Der dritte Tag begann mit Stimm- und Stellprobe in der Mariehøj Kirke, wo beide Chöre gemeinsam einen Taufgottesdienst mit den fünf geistlichen Liedern musikalisch untermalten. Für uns StudioChorist*innen ist es immer etwas Besonderes, in einer Kirche mit ihrer tragenden Akustik zu singen. Wir haben es voll ausgekostet, zumal dadurch die besonderen Harmonien der geistlichen Lieder sehr schön zum Ausdruck kamen. Den Auszug der Täuflinge aus der Kirche begleitete Christina Hanke-Bleidorn mit einem grandiosen modernen Orgelwerk, in dem sie alle Register zog und die Orgel so richtig brausen und tosen ließ. In manchen Passagen erinnerte das Stück an Zirkusmusik und sie hieß so die Täuflinge in der Gemeinschaft der Gläubigen willkommen und gab ihnen alle guten Wünsche mit auf ihren Lebensweg. Für mich war das eines der Highlights dieser Chorreise!

Bei einem herzlichen Farewell der Motetkorist*innen brachten beide Chöre ihre Vorfreude auf die gemeinsame Proben- und Konzertwoche im Oktober 2022 in Berlin zum Ausdruck. “In vier Monaten in Berlin! Ja, da werden wir uns wiedersehen!” Wir fuhren zurück nach Berlin, bereichert und belebt durch diese eindrücklichen gemeinsamen Tage.

Wenn wir dann am 16. Oktober 2022 als großer Chor gemeinsam auf der Bühne der Philharmonie Schillers und Beethovens “alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt”, intonieren werden, steht dort mit uns die erlebte Erfahrung, dass Frieden und nationale Grenzen überwindende Gemeinschaft möglich sind. Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle an den Motetkor Silkeborg und an Alle, die zu dieser Reise beigetragen haben!

 Evelies Bröker-Messerschmidt

 

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