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Sonntag, 5.5.2019, Konzerthaus 20:00

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Hans Chemin-Petit

Introitus und Hymnus, nach Psalm 148
für gemischten Chor, Orgel, Bläser, Harfe und Schlagzeug

Johannes Brahms

Nänie Nach Worten von Friedrich Schiller
für Chor und Orchester op.82

Felix Mendelssohn Bartholdy

Lobgesang
Eine Symphonie-Kantate nach Worten der Heiligen Schrift
für Soli, Chor und Orchester op.52

Jubiläumskonzert StudioChor Berlin: Von der Weite der Chormusik

50 Jahre StudioChor: Dieses Jubiläum feiern wir am 5. Mai im Konzerthaus am Gendarmenmarkt mit unserem Publikum.

Was will der StudioChor aus diesem Anlass bieten?
Eine kurze Vermessung dessen, was Chormusik leisten kann. Chormusik, verstanden als Ausdruck und Haltung des Gemüts gegenüber seinem einfachen In-der-Welt-sein.

Vermessung? Wie und womit?
Mit gesungenen Musikstücken, welche die Spannbreite abbilden zwischen den Extremgefühlen Himmelhochjauchzend und Zutodebetrübt.

Mendelssohns Lobgesang
Freudig-feierliche, in punktierten Schlägen vorwärtsdrängende und aufspreizende Akkordfolgen, in die hinein sich Posaunen mischen - als Fanfarenstöße wohlgemerkt, deren Jubel-Impuls schließlich der Chor übernimmt. Das ist es, solches Tönen, solcher Freuden- und Jubelklang, was Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) als Sinfoniekantate Lobgesang ersonnen hat, um damit im Jahre 1840 — im Auftrag der seinerzeitigen Verlags-Welthauptstadt Leipzig — das 400-jährige Jubiläum der Erfindung des Buchdrucks zu feiern. Und Mendelssohn Bartholdy achtet und feiert dabei den Buchdruck - himmelhochjauchzend! - als Wegbereiter von Vernunft und Aufklärung: Alles was Odem hat lobe den Herrn!   

Brahms' Klagerufe
Und das Gegenteil, was wäre das Gegenteil zu Mendelssohns Preisen? Das könnte womöglich erklingen als eine im einförmigen 6/4-Rhythmus voranschreitende Bewegung, als ein Kreisen gleichsam, in das hinein aufsaugend Seufzer sich mischen, Schluchzer, welche sich im Fortdauern hemiolisch überbinden und verstetigen, um schließlich vom Sopran bis in den tiefen Bass durch die Oktaven zu schweben: Klagerufe! Johannes Brahms (1833-1897) jedenfalls schuf solches Tongespinst, als es ihm — den verstorbenen Freund Anselm Feuerbach betrauernd — um eine Nänie, um einen Klagegesang also, zu tun war.

Chemin-Petits Psalm 148
Lobgesang und Nänie - Gemüts-Extreme in musikalischer Darstellung. Und der StudioChor zum Fünfzigsten dabei? Auf der freudigen Seite! Weswegen nicht nur Mendelssohns Lobgesang geboten wird, sondern gleich noch und als Bekräftigung vorneweg: Introitus und Hymnus von Hans Chemin-Petit (1902-1981). In diesem Chorstück aus dem Jahre 1969 (!) tönen Freudenrufe in eine zwischen Orgel und Triangel zerklüftete Klanglandschaft hinein, wenn der Chor mit seinem Psalm-Laudate anhebt und damit meint: Gut ist es in der Welt zu sein trotz allem! So jedenfalls wollen wir als StudioChor es an unserem Festtag begreifen - und dem Publikum zusichern: Fortsetzung folgt!

Stefan Werner, Januar 2019