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Samstag, 1.12.2018, 20:00 Uhr

Johann David Heinichen

Missa Nr. 9 in D
für Soli, Chor und Orchester


Carl Philipp Emanuel Bach

Magnificat BR-CPEB E 4 · Wq 215
für Soli, Chor und Orchester  

Meisterlich:
Aufjubelnde Violinen und strahlende Trompeten
Adventskonzert mit C.Ph.E. Bach und J.D. Heinichen

 Advent – das ist allgemein gesprochen die Zeit der Vorfreude auf ein gewiß kommendes Ereignis. Als Rolle der Musik gilt dabei von jeher, dem Menschen die Haltung und die Emotion solcher Freude zu spiegeln und dadurch erlebbar werden zu lassen.

 So präsentiert der StudioChor Berlin den Bach-Sohn Carl Phillip Emanuel (1714-1788). Eines seiner bekanntesten und von ihm selbst immer wieder gern aufgeführten Werke ist die Adventsmusik zum Lobgesang der Maria über die ihr verheißene Geburt Jesu: Magnificat anima mea domini.

 Wer das Violinbrausen in Vivaldis Vier Jahreszeiten liebt, kommt bei Bachs Adventsmusik auf seine Kosten: sich auftürmende Sechzehntel-Kaskaden münden in den Freudenruf Magnificat! - kunstvoll geordnet über der drängenden Generalbasslinie.  Weil das so gelungen ist, klingt das Stück mit dieser Idee, nunmehr gewendet auf ein Gloria, auch aus. Dazwischen erkundet der Barock-Komponist mit verschiedenen Soloarien und Chor-Zwischenrufen das Fühlen der Maria im Zuge der empfangenen Verkündigung und bestätigt damit seinen Ruf, mit eben dieser gesteigerten Aufmerksamkeit für das Empfindsame Wegbereiter zukünftiger Musik-Epochen geworden zu sein.

 Was wäre aber ein Advent ohne den Glanz der Trompeten? Eine selten gebotene Varianz solcher Fest-Ausprägung bietet die Missa in D-Dur Nr. 9 von Johann David Heinichen (1683-1729). Was barocker Glanz musikalisch zu bieten hat, zeigt der Dresdener Zeitgenosse Johann Sebastian Bachs hier nicht nur in aller Opulenz, sondern auch in einer Gefügtheit, wie sie nur dem Geist eines meisterlichen Tonsetzers gelingen kann.  In dieser Musik erscheint neben den glänzenden musikalischen Ideen und Klängen auch die polyphone Ordnungskraft des Musik-Denkers Heinichen in meisterlicher Formbeherrschung!

                                                                                                                    Stefan Werner, Oktober 2018