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So. 29.03.2020, Konzerthaus 15:00

Einführungsveranstaltung 14:00 Uhr
Kassenöffnung 13:45

Ludwig van Beethoven  "Christus am Ölberge"

Gioachino Rossini  "Stabat Mater"

Eine kurze Einführung  von Stefan Andreas Werner,  Januar 2020

Mit seinem Konzert am 29.03.2020 um 15 Uhr im Konzerthaus am Gendarmenmarkt bietet der StudioChor Berlin die Aufführung zweier Chor-Sinfonik-Werke, die, obwohl selten gespielt, als Schlüsselwerke der Super-Komponisten Beethoven und Rossini gelten (sollten).

Beide Werke beleuchten von einem je unterschiedlichen Standpunkt aus das Karfreitagsgeschehen. 

Beethoven zieht mit seinem Oratorium jenen kurzen Moment in die Länge, in dem Jesus im Garten Gethsemane mit seinem Schicksal, der unmittelbar bevorstehenden Kreuzigung, hadert: „Mein Vater, ist’s möglich, so gehe dieser Kelch von mir; aber nicht wie ich will, sondern wie du willst.“ (Matthäus 26,39) 

Rossini hingegen vertont das jahrhundertealte, im Zentrum des katholischen Marienkults stehende Poem der um Ihren gekreuzigten Sohn klagenden Gottesmutter "Stabat Mater dolorosa".

Die in den Musikstücken gegebene Tonsetzung von Hadern und Bangen auf der einen Seite, die Trauer um den Verlust auf der anderen Seite - beides Elementar-Gemütslagen als Brücken zum Evangeliumsgeschehen – sind um ihrer jeweils exponierten Emotion einzigartig und aktuell bis heute.

Beethoven bot dieses Oratorium in seiner mit der fortschreitenden Ertaubung verbundenen Lebenskrise Projektionsfläche und Inspiration - und Rossini fand in dem Marienbild ein Ventil für den Schmerz um den Verlust seiner Möglichkeit (und Fähigkeit), weiterhin Opern zu komponieren.